Jesus Christus - sein Leben

Jesus Christus BildDie gesicherten Fakten der Biographie von Jesus Christus sind schnell erzählt. Seine Herkunft aus Nazareth in den Bergen Galiläas ist gut bezeugt. Seine Eltern waren Maria und Josef. Jesus wuchs unter vielen Geschwistern auf, einer seiner vier Brüder war Jakobus, der später der ersten Gemeinde in Jerusalem vorstand. Sein Vater arbeitete als Zimmermann. Weiteres gesichertes Wissen aus seiner Kindheit gibt es nicht. Da später das Interesse an seinen jungen Jahren stieg, entstanden die Kindheitsgeschichten der Evangelien.

Jesus Biograhien

Der erste Autor Markus kannte noch keine Geschichten der Kindesjahre, seine Biographie Jesu beginnt mit dessen Auftreten als Wanderprediger. In einer anderen Überlieferung ist Jesus nahe der jüdischen Hauptstadt in Betlehem zur Welt gekommen. Aus dieser Stadt stammte auch König David, aus dessen Geschlecht die Juden ihren Messias erwarteten. Dort erwiesen ihm, von einem Stern geleitet, die Weisen aus dem Osten die Ehre. Die Weisheit des Ostens war auch damals schon bekannt, es handelt sich um die Lehren von Buddha, Zarathustra und Laotse. Die Schätze, die sie dem Kind brachten und mit denen sie ihm ihre Huldigung erwiesen, ist eine deutliche Anspielung darauf, dass in dem Messias alle Schätze der Weisheit verborgen sind. Noch als Baby sollte Jesus durch den König von Roms Gnaden, Herodes, ermordet werden. Da dieser nicht wusste, wo das Kind sich befand und keinen weiteren Anhaltspunkt als dessen Alter hatte, ließ er gleich alle Neugeborenen der Stadt umbringen. Josef ist zuvor jedoch ein warnender Engel erschienen, so dass Jesus dem Mörder entgehen konnte. Es wird drei Jahrzehnte später ein Nachfolger Herodes' sein, der den Messias kreuzigen lässt. Spätere Texte machten aus den Weisen Könige mit den Namen Caspar, Balthasar und Melchior. Die Geburt des Jesukindes in einem Viehstall einer Karawanserei in Betlehem schließlich hielt mit dem Lukas Evangelium Einzug in die Religion. Gott offenbarte sich demnach den kleinen Leuten. Bei Lukas waren die Heiligen Drei Könige Hirten und damit zur damaligen Zeit schmutzige Menschen, mit denen fromme Pharisäer kaum in Berührung kommen mochten. Damals galt man mit 13 Jahren als erwachsen, Jesus hatte als ältester Sohn außerdem besondere familiäre Pflichten, was Verantwortung und Mithilfe betreffen. Die harte Arbeit in der Werkstatt des Vaters dürfte Jesus zu dem kräftigen jungen Mann gemacht haben, wie der italienische Maler und Bildhauer Michelangelo ihn im 16. Jahrhundert schuf und wie er noch heute in der Sixtinischen Kapelle in Rom zu bewundern ist. Der Auszug aus dem Elternhaus geschah mit etwa dreißig Jahren, als seine jüngsten Geschwister gerade erwachsen waren. Es lag Veränderung in der Luft in der Zeit, als Jesus sein elterliches Haus verließ. Wanderprediger durchzogen das Land und predigten die Apokalypse. In der Jordansenke tauchte ein Prophet auf, nur einige Tagesmärsche entfernt. Es handelte sich um Johannes den Täufer, der verkündete, die Menschen sollten in sich gehen, ob sie ein ehrwürdiges Leben führten. Sobald sie es ernst meinten mit dem Willen zu einem besseren Leben und geschwisterlichem Umgang mit ihren Mitmenschen, sollten sie in den Fluss gehen und als neue Menschen herauskommen. Auch Jesus ging dorthin und wurde von Johannes dem Täufer getauft. Das Ritual der Taufe ist noch heute ein fest etablierter Bestandteil des christlichen Lebens. Die Taufe wurde zum Wendepunkt im Leben Jesu. Danach ging er in die Wüste, "lebte unter den Tieren, und die Engel dienten ihm", wie Markus schrieb. Bei seiner Rückkehr begann sein religiöses Werk. Er sprach in der Bergpredigt die geistlich Armen, die Schwachen und die Hungernden selig. Es waren die religiös verarmten, die Enteigneten und Deklassierten, derer er sich annimmt. Einige seiner Wunder, die er vollbracht haben soll, dienten der Heilung von Kranken, Blinden und Gehörlosen. Sogar Tote soll er zum Leben erweckt haben. Die Benachteiligten waren vom offiziellen Religionsbetrieb zu der Zeit ausgenommen, Jesus holte sie zurück. Er erzählte ein Gleichnis, nach dem ein Hirte sich mehr darüber freue, ein verlorenes Schaf wiederzufinden als über alle anderen, die er bereits sein Eigen nennt. Ebenso sei es mit Gott, dem kein Gläubiger verloren gehen solle. So wird Jesus zum guten Hirten.

Jesus Werk

Seine Bewegung war, wie oben beschrieben, eine Bewegung der kleinen Menschen, der Armen, der Kranken und der Zurückgelassenen. Er sprach sie direkt an, lebte Gleichberechtigung vor, indem er mit ihnen wanderte, die Mahlzeiten einnahm und lebte. Wenn das Christentum später auch wieder zum alten Patriarchat zurückkommen sollte, Jesus selber sah die Frauen als ebenso wertvolle Produkte der Schöpfung an wie die Männer. Eines Tages aß er mit seinen Gefolgsleuten in einer Wirtschaft. Eine Frau schloss sich den Männern an, um über religiöse und politische Fragen zu diskutieren. Ihre Schwester war derweil mit der Küchenarbeit beschäftigt. Mit der Zeit wurde sie wütend und bat Jesus, er möge ihrer Schwester doch zureden, dass sie in der Küche helfen solle. Jesus entgegnete ihr, die in der Diskussion vertiefte Maria könne ihr leider nicht helfen, sie habe Wichtigeres zu tun. Welch Bruch mit den Sitten! Vor 2000 Jahren einer Frau zuzugestehen, ihre politische und religiöse Bildung gehe der Arbeit in der Küche vor, war revolutionär. Ebenso sein Ansatz, gerade diejenigen zu umgarnen, die sich Schuld aufgeladen hatten. Das Gleichnis des Verlorenen Sohnes geht in diese Richtung. Es soll kurz zusammengefasst werden an dieser Stelle: Ein Vater hat zwei Söhne. Einer bittet seinen Vater eines Tages um die Auszahlung seines Erbes, geht ins Ausland und lebt dort in Saus und Braus, bis eine Wirtschaftskrise ihm und seiner Verschwendungssucht zum Verhängnis wird. Er entschließt sich schlussendlich zur Rückkehr und bittet den Vater, ihn als Angestellten auf dem Hof anzunehmen, da er seine Berechtigung, in dem Haus als Sohn wohnen zu dürfen, verspielt habe. Der Vater jedoch gibt ein großes Fest und kleidet den Sohn in die schickste Kleidung, was wiederum den anderen Sohn, seinem Vater auf ewig treu geblieben, mit Neid und Missgunst erfüllt. Der Vater kann ihn verstehen, dennoch sagt er, man müsse sich doch freuen. Der andere Sohn sei weg gewesen, nun sei er wieder da. Das sei doch gewiss ein Grund zum Feiern. Bedingungslose Liebe, bedingungsloses Verzeihen, in diesem Gleichnis werden Grundpfeiler der christlichen Lehre hervorgehoben. Solche, die sich von anderen Religionen durchaus unterscheiden. Keinem Hindu würde es in den Sinn kommen, die begangenen Sünden so ganz ohne Anstrengung, einfach durch Vergebung, vergessen und verziehen zu bekommen.

Jesus Kreuzigung

Warum nun wurde Jesus gekreuzigt? Die Lehre Jesu wurde innerhalb kürzester Zeit zur Massenbewegung. Er zog all diejenigen an, um die sich sonst keiner kümmerte, vor allem die Religionsbeamten nicht, die zu der Zeit in ihrer eigenen Welt lebten. Jesus ging mit seinen Jüngern nach Jerusalem, ins Zentrum der religiösen Macht. Dass er dort von den Mächtigen nicht willkommen geheißen würde, musste ihm klar gewesen sein. Doch seine Lehre war allumfassend, es ging ihm darum, all diejenigen für sich zu gewinnen, die sonst nichts hatten. Die Verbreitung seiner Lehre war unausweichlich, daher der Marsch nach Jerusalem, wo er sich mit seiner Kreuzigung stellvertretend für die Schwachen opferte. Im letzten Abendmahl mit seinen Jüngern wurde dieses Opferritual deutlich. Sein Fleisch und Blut gab er her für seine Jünger, die sich daran laben sollten. Am Ende wurde Jesus von seinem Jünger Judas verraten, dessen berühmter Kuss das Todesurteil von Jesus besiegelte.